Herr Osel, Johann…

was war das in der Süddeutschen vom 19.2.15?  Lehrerbildung ….

Klasse?

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Zuerst das Foto mit diesem netten Lehrer und der Medienausrüstung der späten 70ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Während der offenbar frontal (igitt) dozierende Englischkollege im 2015-Lock an der Kreidetafel  – sichtbar nicht bilingual – unterrichtet, sieht man wenig Schüler und viel Holzboden. Der OHP blickt leidend zu seinem Nachbarn dem Kartenständer, beide warten seit langem auf ihre Pension. Kein Pult, ein Gestus gegen den Frontalunterricht? (A pro pos, frühers, da konnte der Lehrer noch frontal und das war nicht mal das Schlechteste, denn der Frontale hatte noch Allgemeinbildung und Fachwissen zu bieten.) Heute weiß sie/er, wieviel Sonderkompetenzen es gibt, aber z.B. nicht, was uns Valentino Braitenberg mit seinen „Vehikeln“ (V. Braitenberg, Vehicles. Experiments in Synthetic Psychology, MIT Press, Cambridge, Mass. 1984) rüberbringen wollte.

Dann der Text. Offenbar braucht Frau Wanka Aufmerksamkeit für ihr Tun. Es gibt Geld (Drittmittelersatz?) für gute Ideen. 500 Mio € bis 2023 (Rechenkompetenz!) 63 Mio/Jahr, wenn’s gleich losging und wenn Griechenland oder Luxemburg nicht an unserem Steuerbudget nagen wird. Und vor allem, wenn unsere Bildungs/Unterrichts/Lehrer-ausbildungsforscher gute Ideen haben. Denn eins ist offensichtlich inzwischen wieder Konsens: der Lehrer ist die wichtigste Person im Klassenzimmer. (meine Güte, da wird MV aber toben und sein kleiner Mäck erst recht – nachdem nicht nur die beiden die Lehrersklaven jahrelang gequält haben, Schröder, Lernbegleiter, Moderator…..)

Auch Herr Osel will, dass Lehrer Klasse haben. Also haben sie heute keine Klasse. Es ist wie bei Herrn Rauin, obwohl beide die Lehrer eher indirekt kennen, kommen sie zu einem Urteil, welches m. E. stimmt. Seit 20-30 Jahren kommen Lehrer/innen (heute mehrheitlich weiblich) in die Schule, welche immer weniger Fachwissen mitbringen, aber auch immer mehr von allen möglichen Lehrmethoden und frei erfundenen Unterrichtsformen verunsichert (vorsichtig ausgedrückt) sind.

Fachwissen oder Leidenschaft – oder darfs beides sein? Das ist Osels Kernaussage für die Lehrerqualitäten. Das wußten wir aber schon lange, da brauchen wir auch keine „Ideen“ der „Forscher“ und allzuviel mehr haben die bisher auch nicht rausgefunden. Oder Herr Bohl, Heterogenität? Na ja, wenn statt 16% eines Jahrganges 50% Abitur machen wollen/müssen, was soll man da anderes erwarten? Dass die dann alle aber mit dem gleichen anspruchsvollen Niveau aus dem Gymnasium rauskommen – ein Jahr vorher neuerdings -, das ist ja wohl Illusion. Am Besten – und so scheints zu laufen – wir lassen die Allgemeinbildung weg und versehen die Lieben mit einem Bäpper auf dem „kompetent – Abitur 1,0“ draufsteht, dann halten sie still (und ihre Eltern auch). Und auf der Uni geht’s dann genauso mit Bologna weiter…

Die 500 Mio. wären besser in Lehrern angelegt, welche nur ein Fach unterrichten, aber das richtig. Wenn die dann von den Praktikern in den Schulen ausgebildet werden –  Learning by copy (nicht Plagiat) and doing – und nicht von Fachleitern auf Studienseminaren, welche nach 2 Jahren eigen gehaltenem Unterricht (zwei !)  wegen Wohlverhaltens und guter Beziehung gleich Referendare ausbilden dürfen (z. B. Tübingen, Baden-Württemberg), dann könnte es (aber halt nicht mit 50%) vielleicht klappen.

Das ist Hannibal’s Idee – kostenlos.

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